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Eine erfolgreiche Aktionswoche geht zu Ende

In den vergangenen Tagen haben wir als Bündnis “Smash IAA” gemeinsam mit vielen anderen Akteuren der Klimabewegung die Internationale Automobilausstellung (IAA) gestört und das Greenwashing der großen Konzerne aufgezeigt.

Schon im Vorfeld kündigte die Polizei ein enorm repressives Vorgehen gegen die Klimabewegung an und karrte in München das größte Polizeiaufgebot seit über 20 Jahren an. Den Versuch, jede Kritik an der IAA zu unterdrücken, bekamen wir schon am Anfang der Woche zu spüren. Unsere satirische Stadtführung über die “Open Spaces” der IAA am Mittwoch wurde von der Polizei unterbunden. Gleichzeitig wurden Aktivist:innen, die mit dem Zug angereist sind, direkt am Hauptbahnhof festgesetzt und stundenlang durchsucht.

Doch davon ließen wir uns nicht einschüchtern. Trotz der massiven Polizeipräsenz schafften wir es, mit zwei Fingern unbemerkt an verschiedene Orte in der Stadt zu gelangen. Unser erster Finger besuchte die IAA überraschend auf dem Königsplatz. Mit Rauch und lauten Parolen zogen knapp 50 Aktivist:innen vor den Stand von BOSCH. Dort hängten sie Banner mit Solidaritätsbotschaften an die Beschäftigten auf und verteilten Zettel mit der Botschaft “BOSCH enteignen!” Der Automobilzulieferer gibt sich als besonders umweltfreundlich und behauptet, seit Anfang des Jahres klimaneutral zu sein. Wie das zusammenpassen soll mit der Tatsache, dass BOSCH weiter Profite mit dem Verkauf von Verbrennerteilen macht, ist unklar.

Etwa zeitgleich machte sich ein zweiter Finger auf in Richtung des BOSCH Werks in Berg am Laim, in dem Teile von Verbrennermotoren hergestellt werden. Vor einigen Wochen wurde die Schließung des Werks angekündigt. Der vorgehaltene Grund war die Umstellung auf E-Mobilität und damit der Klimaschutz. Doch E-Autos sind nicht die Lösung der Klimakrise und das Werk wird auch nicht aus Liebe zur Umwelt geschlossen. Dahinter stehen viel mehr die Profitinteressen der Eigentümer:innen von BOSCH, die im Ausland für die Produktion der gleichen Verbrennerteile viel niedrigere Löhne zahlen wollen.

Statt einer Auslagerung der Produktion ins Ausland fordern die Beschäftigten eine Umstellung des Werks auf klimafreundliche und gesellschaftlich nützliche Produkte. Diese Forderungen griff unsere Aktion auf. So wurde vom Vordach des Werks ein Banner gehängt mit der Aufschrift “Gemeinsam kämpfen gegen Entlassungen und Klimazerstörung”. Auch in Redebeiträgen wurde auf die geplante Schließung des Werks eingegangen und ein gemeinsamer Kampf von Beschäftigten und Klimabewegung angekündigt.

Als gemeinsamen Abschluss unserer erfolgreichen Aktionswoche beteiligten wir uns am Samstag an der Großdemonstration gegen die IAA mit einem klassenkämpferischen Block. Mit organisierten Reihen und kämpferischen Parolen zogen wir durch die Münchner Innenstadt und setzten ein weiteres Zeichen gegen Greenwashing und Profitlogik. Auf die Angriffe der Polizei gegen den Block von Sand im Getriebe reagierten wir solidarisch und verteidigten die Demonstration gemeinsam.

Die vergangene Woche war ein wichtiges Zeichen aus der Klimabewegung. Wir sind mobilisierungsfähig. Wir sind stark. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wenn die Polizei unseren Protest unterdrücken will, müssen wir uns besser organisieren und Wege finden, wie wir trotzdem unseren Ausdruck auf die Straße bringen können. Das hat in den letzten Tagen eindrucksvoll funktioniert.

Unsere Politik hört aber nicht an diesem Wochenende auf. Großevents wie die IAA sind eine gute Möglichkeit, mit vielen Menschen gemeinsam auf die Straße und in Aktionen zu gehen. Doch auch die restlichen Tage im Jahr müssen wir politisch aktiv sein und uns organisieren. Also schließt euch einem der offenen Klimatreffen an und baut mit uns eine antikapitalistische und klassenkämpferische Klimabewegung auf!

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Überblick über die Proteste von Smash IAA

In der vergangenen Woche protestierten wir mit verschiedenen Aktionen unter dem Motto “Autokonzerne entmachten und enteignen” gegen die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München.

So begannen unsere Proteste mit einem satirischen Statdtspaziergang über die “Open Spaces” in der Münchner Innenstadt. Dieser wurde von der Polizei aus unerfindlichen Gründen bereits vor Beginn verhindert. Daraufhin starteten unsere selbstbestimmten Proteste mit zwei koordinierten Aktionen gegen Bosch am Freitag Vormittag. Diese umfassten Solidaritätsaktionen mit den Arbeiter:innen des Boschwerks München Berg am Laim, die aktuell von einer Werkschließung betroffen sind. Zudem organisierten wir einen eigenen Block auf der Großdemonstration am Samstag. Dessen Ausdruck war geprägt von antikapitalistischen Inhalten. Aufgrund organisierter und fester Reihen sowie einem kollektiven Auftreten konnten Angriffe der Polizei verhindert werden. Außerdem konnten wir uns solidarisch mit dem Sand im Getriebe Block zeigen, die Polizeigewalt erfahren haben.

Mit einem historisch großen Aufgebot haben sie versucht, die Messe und die Kapitalist:innenpropaganda zu schützen. Dennoch gelang es uns und anderen Gruppen die Show der IAA zu vermiesen, den reibungslosen Ablauf mit verschiedenen Aktionen zu stören und sich der Allmächtigkeit des Polizeistaates zu widersetzen.

Am Freitagvormittag sind wir in zwei koordinierten Gruppen in Aktion gegangen. Eine Gruppe protestierte selbstbestimmt vor dem Bosch Werk und besetzte dieses symbolisch. Parallel störte eine zweite Gruppe das Greenwashing am IAA-Stand von Bosch auf dem Königsplatz.

Ziel unseres Bündnisses ist es, der Spaltung von Klimagerechtigkeitsbewegung und Arbeiter:innenbewegung auch in Form von praktischen Aktionen entgegenzuwirken.

Bosch möchte mit der fadenscheinigen Begründung des Klimaschutzes das Werk in Berg am Laim mit etwa 250 Beschäftigten schließen. In Wahrheit will Bosch die Produktion der Verbrennerteile nicht einstellen, sondern nach Brasilien bzw. Tschechien verlagern. Dort kann der Konzern die Arbeiter:innen noch härter ausbeuten und damit höhere Profite erwirtschaften. Die Arbeiter:innen in München kämpfen gegen die Konzernpläne und können sich eine ökologische Konversion vorstellen. Ihnen gilt unsere Aktion und unsere Solidarität.

Das medial vorbereitete, martialische Polizeiaufgebot, die Schikanen und die Gewalt gegen Aktivist:innen sowie der Versuch, das Greenwashing der Automobilkonzerne zu verschleiern, zeigen deutlich: Die Klimagerechtigkeitsbewegung hat es geschafft, den Kapitalist:innen und den konservativen Politiker:innen Angst zu machen. Während Markus Söder und die CSU gegen ein historisches Stimmentief bei der Bundestagswahl in zwei Wochen kämpfen, versuchen die kriselnden Automobilkonzerne durch den Umstieg auf E-Mobilität neue Absatzmärkte für ihre Profitmaximierung zu nutzen.

Unsere Pressesprecherin Anna Meyer zu den Aktionen: “Durch koordiniertes Vorgehen konnten wir trotz massiver Überwachung und Repression unsere beiden Aktionen parallel stattfinden lassen und unsere Aktionsziele erreichen. Wir wollen als Teil der Arbeiter:innenklasse betriebliche Kämpfe und Kämpfe der Klimagerechtigkeitsbewegung zusammenbringen. Nur durch einen gemeinsamen Kampf können wir an Stärke gewinnen und den Kapitalismus stürzen.”

Pressesprecher Max Schneider ergänzt: “Der Kapitalismus zwingt Konzerne zu stetigem Wachstum. Dadurch versuchen die Eigentümer:innen der Konzerne, Arbeiter:innen und die Ressourcen der Natur noch mehr auszubeuten. Die Folge dessen ist: Nachhaltiges Produzieren im Kapitalismus ist nicht möglich.
Um tatsächlich nachhaltig produzieren zu können, muss die Produktion auf Basis der Bedürfnisse der Menschen organisiert sein, statt auf den Profiten der Kapitalist:innen.

Als bundesweites Bündnis haben wir die Proteste in München vorbereitet und gemeinsam durchgeführt. Neben gemeinsamen Aktionen sehen wir den Aufbau von klassenkämpferischen, aktionsorientierten lokalen Klimagruppen und eine kontinuierliche Praxis im Jahr als wichtige Schritte unseres Kampfes an.

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Bosch-Messestand blockiert und Solidaritätsaktion am Werk “Berg am Laim”

Ein Finger von SmashIAA hat das Bosch Werk in Berg am Laim besetzt! In einer kämpferischen Sponti sind wir als symbolische Solidaritätsaktion vor das Werk gezogen und haben das Gebäude und die Umgebung mit Bannern und Sprüchen verschönert. Das Werk soll geschlossen werden und alle 250 Menschen die dort arbeiten auf die Straße gesetzt werden, unter dem Deckmantel des Klimaschutz. In Wirklichkeit will Bosch nur die Gelegenheit nutzen, die Produktion von Verbrennerteilen in Länder mit niedrigeren Lohnkosten auszulagern. Wir als Klimabewegung kämpfen gemeinsam dagegen, dass die Folgen der Klimakrise auf unserem Rücken, dem der Lohnabhängigen, ausgetragen wird. Für eine Produktion in unseren Händen, nach unser aller Bedürfnissen!

Fast gleichzeitig zu dem anderen Finger hat es trotz massivem Polizeiaufgebot in der Innenstadt ein Überraschungsfinger auf den Stand von Bosch auf dem Open Space Königsplatz geschafft und dort gestört. Bosch bleibt Klimakiller, stellt sich aber auf der IAA als grün und nachhaltig dar. Die Aktion dort hat gezeigt: Wir lassen und von eurem Greenwashing nicht verarschen! Wir stören eure Autoparty!

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Die Polizei fährt auf – Die Klimabewegung lässt sich nicht einschüchtern

Die Protestaktionen gegen die IAA standen von Beginn an einer harten Linie aus dem bayrischen Innenministerium gegenüber. Mit bis zu 4500 Polizeikräften soll der größte Polizeieinsatz in München seit 20 Jahren die Messe absichern. Am heutigen Vormittag gingen Einsatzkräfte mit Schlagstockeinsatz und Pfefferspray gegen Demonstrierende am Rande des Protest-Camps auf der Theresienwiese vor. In den vergangenen Tagen wurden Gruppen vermeintlicher Camp-Angehöriger im Stadtgebiet mit der Begründung der Gefahrenabwehr immer wieder kurzzeitig in Gewahrsam genommen, durchsucht und mit Platzverweisen belegt. 
Anna Meyer dazu: „Schon seit Wochen wurde mit Schreckensszenarios daran gearbeitet, diesen Einsatz gegen die Klimabewegung im Nachhinein rechtfertigen zu können. Laut Herrmann ging es ihm mit dem Großeinsatz darum, ‘die Beeinträchtigung der Bevölkerung’ so gering wie möglich zu halten. Dabei ist doch völlig offensichtlich, dass es hier darum geht, den deutschen Autobauern Ruhe zu verschaffen. Oder wer profitiert sonst davon, dass Demonstrationen mitten im Stadtgebiet eingekesselt oder auf der Theresienwiese verprügelt werden?”
Zum Umgang mit diesen Maßnahmen ergänzt sie: “Sie schützen eine Eigentumsordung und eine Produktionsweise, die abgewirtschaftet hat und wir stemmen uns dagegen. Es geht um viel und dass es dabei auch mal ungemütlich wird, überrascht uns nicht. Wir sind im Recht und das werden wir auch weiter auf der Straße vertreten! Wenn sie uns heute verhaften, kommen wir morgen wieder und werden trotzdem mehr. So lange, bis wir die Profiteurinnen der Klimakrise entmachtet haben.”
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IAA-Proteste: Bosch-Messestand blockiert und Solidaritätsaktion am Werk “Berg am Laim”

Am heutigen Vormittag hat das Bündnis Smash IAA den zentralen Stand des Automobilzulieferers Bosch kurzzeitig besetzt. Ein anderer Teil des Bündnisses lief kurze Zeit später in einer unangekündigten Demonstration zum Bosch-Werk Berg am Laim, besetzte symbolisch den Pfortenbereich und betonte ihre Solidarität mit der Belegschaft gegen den Arbeitsplatzabbau des Konzerns.
Bündnissprecherin Anna Meyer zu den Aktionen: „Wir senden BOSCH die klare Botschaft: Wir akzeptieren euer Greenwashing und euer Krisenmanagement auf dem Rücken der Beschäftigten nicht mehr!”
Zu den Hintergründen der Kampagne sie: “Bosch ist nur ein Teil es Problems.Das deutsche Autokapital will die IAA dieses Jahr nutzen, um sich als besonders grün und zukunftsfähig zu präsentieren. Diese Lüge konnten wir so nicht stehen lassen. Die Konzerne interessieren sich schon immer nur für die eigenen Profitraten. Die Verbrennerproduktion verlagern sie aktuell ins Ausland und die ressourcenfressenden E-Autos bedienen einen Luxusmarkt. Das hat nichts mit einer ökologischen und sozialen Verkehrswende zu tun. Gleichzeitig werden Zehntausende entlassen, um auf dem Rücken der Beschäftigten einen Weg durch die weltweite Krise der Autoindustrie zu finden. Unsere  Pläne für die Zukunft sind nachhaltiger und überfällig: Enteignung und Vergesellschaftung! Das deutsche Autokapital zeigt wie notwendig ein Bruch mit dieser sozialen Ordnung ist!
Mit den Aktionen will das Bündnis auch seine Unterstützung für die Initiative der BOSCH-Belegschaft ausdrücken, die vor einigen Wochen die Forderung erhoben hatte, die Produktion in ihrem Werk auf klimafreundliche Produkte umzustellen. Das Bosch-Werk in Berg am Laim hatte bislang Einspritzventile für Dieselmotoren hergestellt. Nachdem Bosch vor Kurzem verkündet hatte, das Werk schließen zu wollen, hatte sich die Belegschaft mit verschiedenen Münchner Klimagruppen zusammengeschlossen, um gemeinsam den Erhalt des Werkes und die Umstellung der Produktion auf klimafreundliche und gesellschaftlich nützliche Produkte zu fordern.
„Innerhalb des kapitalistischen Systems wird die Frage, was produziert wird, immer ausschließlich anhand von Profit-Überlegungen entschieden“, sagt Anna Meyer. „Es ist nur eine kleine Klasse von Besitzenden, die in diesem System die Kontrolle darüber hat, was und wie produziert wird. Wenn wir der Klimakrise etwas entgegensetzen wollen, müssen wir dieses Prinzip durchbrechen – in Kämpfen, die wir als Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter führen. Jetzt aktuell ganz praktisch mit den Kolleginnen und Kollegen, die den Profitwahnsinn hier ausbaden sollen.“
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Wir lassen uns nicht einschüchtern

Schon am Mittwoch, unserem ersten Aktionstag, agierte die Polizei in München enorm aggresiv und unterdrückte jede Form des kreativen Protests.

Am Nachmittag wollten sich etwa 30 Aktivist:innen in einer satirischen Stadtführung die Stände von BMW und Co auf den “Open Spaces” der IAA anschauen und sich über die Greenwashing-Lügen der Autokonzerne informieren. Doch dazu kam es nicht. Schon im Zwischengeschoß der U-Bahn Station kesselte eine unüberschaubare Anzahl an Polizeibeamt:innen die Gruppe unter dem vorgeschobenen Grund der Ticketkontrolle. Mit brutaler Gewalt wurden die Aktivist:innen einzeln aus der Gruppe gezerrt und ihre Personalien festgestellt. Einzelne Menschen wurden mitgenommen und mussten bis tief in die Nacht auf der Polizeiwache ausharren.

Später am gleichen Abend kamen zwei Züge mit Aktivist:innen aus anderen Städten am Münchner Hauptbahnhof an. Auch dort wartete schon eine riesige Zahl an Polizist:innen am Gleis und ließ die Menschen nicht weiter zum Protestcamp ziehen. Auch hier wurden alle Personalien festgestellt, sämtliche Taschen durchsucht und einzelne Menschen bis in die Nacht festgehalten.

Die gestrige Repression stellt einen massiven Eingriff in unsere Grundrechte dar. Aber wir müssen standhaft bleiben und dürfen uns nicht einschüchtern lassen, denn genau das ist der Zweck der Repression. Weil unser Protest effektiv ist und das Kapital unter Druck steht, reagiert der Staat gereizt und aggresiv. Wir lassen uns davon nicht beeindrucken und setzen unseren Protest weiter fort. Aufrecht und gut organisiert.

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Massive Grundrechtsverletzungen durch die Polizei

Am Mittwoch, den 8. September, wurden Klimaaktivist:innen an verschiedenen Orten in München von der Polizei grundlos und ungerechtfertigt gekesselt und stundenlang in Gewahrsam behalten. Damit wurden ihre Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit massiv eingeschränkt.

Eine kritische Stadtführung durch die aktuell von Autokonzernen besetzte Innenstadt, an der sich etwa 30 Menschen beteiligten, wurde durch die Polizei schon in der U-Bahnstation unterbunden. Mit der satirischen Aktion wollten die Aktivist:innen verschiedene Stände der sogenannten „Open Spaces“ besichtigen und auf die Greenwashing-Lügen der Autoindustrie aufmerksam machen.

Anna Meyer, Sprecherin vom Bündnis „Smash IAA“, dazu: „Mit ‚open‘ haben die Plätze, die von der IAA in der Stadt beschlagnahmt werden, nichts zu tun. Unsere satirische Aktion sollte ein kreativer Auftakt zu unseren Proteste gegen die Automesse sein. Aber jetzt ist klar: Jede kritische Stimme wird von der Polizei sofort mundtot gemacht.“

Auch die ca. 50 Aktivist:innen, die abends gegen 21 Uhr mit dem Zug am Hauptbahnhof ankamen und zum Protest-Camp auf der Theresienwiese ziehen wollten, wurden von der Polizei in Empfang genommen. In stundenlangen Maßnahmen wurden die Menschen komplett durchsucht und fotografiert, nachdem sie gerade mal einen Fuß auf Münchner Boden gesetzt haben. Unter fadenscheinigen Begründungen wurden einzelne Aktivist:innen mit auf die Polizeiwache genommen. Die letzten Aktivist:innen konnten erst um 2 Uhr nachts die Polizeiwache verlassen.

Dazu Anna Meyer: „Die Vorkontrollen der Polizei am Hauptbahnhof stellen einen massiven Eingriff in das Versammlungsrecht dar. Sie dienen lediglich der Schikane und Einschüchterung. So versucht die Polizei, jeden Protest gegen den auto-kapitalistischen Wahnsinn zu unterbinden. Aber davon lassen wir uns nicht beeindrucken. Uns ist klar: Die Polizei schützt weder Meinungs- noch Versammlungsfreiheit, sondern ist Handlanger der großen Automobilkonzerne.“

Und weiter: „Wir werden den Einschüchterungsversuchen trotzen und uns weiter gegen die Profiteure der Klimakrise auflehnen. Unsere Proteste gegen die IAA haben gerade erst angefangen.“

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Pressestatement Smash IAA

Unser Bündnis besteht aus antikapitalistischen und klassenkämpferischen Klimagruppen in ganz Deutschland. Unter anderem aus Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe, Köln, Bonn und München sind Gruppen an unserer Mobilisierung beteiligt. In vielen weiteren Städten wurden Aktionen und Anreisen im Kontext der Kampagne organisiert.

Unter dem Motto „Autokonzerne entmachten und enteignen“ werden wir die gesamte Woche mit verschiedenen Aktionen den Ablauf der IAA stören. Am Ende der Woche setzen wir mit einer koordinierten Massenaktion ein sichtbares Zeichen gegen die grüne Selbstinszenierung des automobilen Kapitals. Wir tragen unseren Protest mit einem kämpferischen und entschlossenen Ausdruck auf die Straße.

Die IAA ist ein Symbol all dessen, was es zu bekämpfen gilt. Sie steht für den längst überholten Individualverkehr, für neokoloniale Ausbeutung, für lebensfeindliche Städte und nicht zuletzt die Zerstörung unseres Klimas. Mit Greenwashing-Lügen wie dem E-Auto soll das beschädigte Image der Auto-Industrie aufpoliert werden. Aber wir lassen uns nicht verarschen!

Wir üben keine Konsumkritik an den Autofahrer:innen und den Besucher:innen der Messe. In Deutschland herrscht ein Zwang zum Autofahren. Dieser Zwang wird vom Staat und den Autokonzernen aktiv befördert. Durch den Abbau von über 6000 Kilometer Schiene wurde der öffentlichen Nah- und Fernverkehr massiv heruntergewirtschafteten. Gleichzeitig zwingt uns der Staat, bis zu 2,5 Stunden zu unserem Arbeitsplatz zu pendeln. Viele Menschen haben also keine andere Wahl als mit dem Auto zu fahren.

Wir stehen solidarisch an der Seite aller Beschäftigten in den Autokonzernen. Sie haben keinerlei Schuld am Klimawandel. Der Spaltung von Arbeiter:innen- und Klimabewegung treten wir entschlossen entgegen. Wir brauchen die Beschäftigten der Automobilindustrie für den gemeinsamen Kampf gegen ein System der Ausbeutung und Klimazerstörung.

Unsere Aktionen richten sich gegen die Verantwortlichen der Klimakrise: Gegen die Eigentümer:innen der großen Autokonzerne. Menschen wie Stefan Quandt und Susanne Klatten entscheiden sich jeden Tag für ihre Profite auf Kosten des Klimas.

Dagegen richtet sich der Kern unseres Protestes: nicht gegen die Messebesucher:innen, nicht gegen die Beschäftigten, sondern gegen eine Eigentumsordnung, die es möglich macht, für den Profit von einigen wenigen die Zukunft von uns allen zu zerstören. Deshalb kämpfen wir für die Enteignung der Kapitalist:innen und die Vergesellschaftung der Verkehrsbranche. Nur wenn wir demokratisch über die Art der Mobilität in unserer Gesellschaft entscheiden können, ist echter Klimaschutz möglich.

Bei der IAA dieses Jahr geht es um Deutungshoheit. Das Autokapital möchte ein Symbol dafür setzen, dass alles weitergehen kann wie bisher – weiter nach dem Motto „Nach uns die Sintflut“. Aber unser Protest wird dieses Wochenende zu einem Symbol für den Widerstand gegen Ausbeutung und Klimazerstörung machen. Wir machen die IAA zu einem Desaster und zeigen dem Auto-Kapital, dass ihre grüne Lüge nicht aufgeht.

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Statement zur angekündigten Repression gegen die Proteste

In wenigen Tagen startet die Internationale Automobilausstellung in München – und die Proteste dagegen. Das angeschlagene Auto-Kapital versucht sich dort nochmal stark und selbstbewusst zu präsentieren. Doch es ist ganz schön in die Enge getrieben. Die wirtschaftliche Lage wird in der sich zuspitzenden Überproduktionskrise immer angespannter. Und angefangen mit dem Dieselskandal gerät die Automobilindustrie auch zunehmend in den Fokus der Klimabewegung, die sich das Greenwashing von BMW und Co nicht länger gefallen lässt. Spätestens bei der letzten IAA in Frankfurt hat das glänzende Image der Branche einige tiefe Kratzer erlitten.

Die Antwort des unter Druck stehenden Kapitals ist widersprüchlich. Auf der einen Seite versucht die Messe mit offenen Ständen in der Innenstadt ansprechbar und dialogfähig zu wirken. Auf der anderen Seite wird das größte Polizeiaufgebot seit über 20 Jahren in München aufgefahren, um die Messe von den Protesten abzuschirmen.

Die bayerische Polizei und Innenminister Herrmann dienen hier als Handlanger der Automobilkonzerne. Freundliche Kritik an der Industrie sei gut und nett – aber nur solange sie niemanden stört. Vor allem nicht die IAA in ihrer glänzenden Selbstdarstellung. Blockaden und weitergehende Aktionen werden ihres Inhalts beraubt und als unpolitische Randale dargestellt. Mit dieser Rhetorik versuchen die Herrschenden eine Spaltung in der Klimabewegung herbeizuführen und den legitimen Protest in gut und böse zu unterteilen.

Gleichzeitig kündigt der Staat schon im Vorhinein Polizeigewalt und repressives Vorgehen gegen Klimaaktivist:innen an. Die Begründung liefert er gleich mit: Es mobilisieren linke Kräfte aus ganz Deutschland nach München. Da fühlt sich das Kapital natürlich bedroht und möchte angemessen verteidigt werden.

Davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir müssen den Spaltungsversuchen von oben aktiv entgegentreten. Nur gemeinsam und solidarisch können wir als Klimabewegung genug Wirkmacht entfalten, um tatsächliche Veränderung herbeizuführen. Wir sind solidarisch mit allen Protesten, die sich gegen die Logik des Profits und die Ausbeutung von Mensch und Natur richten.

Ob hier, ob da: Smash IAA!

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Website überarbeitet

Wir haben unsere Website überarbeitet. Unter dem Punkt Aktionswoche findet ihr alle Infos zu Anreise, Camp und Aktionen während der IAA. Lest euch die Infos aufmerksam durch und schreibt uns bei Fragen gerne eine Mail an smashiaa[at]riseup.net